Was ist eine Mala Kette?

Einleitung

Eine Mala ist viel mehr als eine schöne Kette. In diesem Artikel erfährst du, was eine Mala wirklich ist, wie eine Mala aufgebaut ist und welche Symbolik hinter der heiligen Zahl 108 steckt. Außerdem entdeckst du, aus welchen Materialien Malas gefertigt werden und wie verschiedene Traditionen — vom Hinduismus über das Christentum bis zum Islam — ihre eigene Form der Gebetskette verwenden.

Was ist eine Mala Kette?

Eine Mala (Sanskrit für ‚Meditationskranz‘) ist ursprünglich als Gebetskette gedacht: ein Hilfsmittel zum Zählen von Mantras während der Meditation. Viele Menschen werden beim Meditieren abgelenkt. Eine Mala hilft dabei: Nach jedem Mantra wandern deine Finger zur nächsten Perle, sodass du nicht zählen musst und mit deiner Aufmerksamkeit beim Mantra bleibst. Das fortwährende Wiederholen eines Mantras nennt man ‚Mantra Japa‘ — Japa bedeutet auf Sanskrit ‚Wiederholung‘.

Malas finden wir in vielen Kulturen und Traditionen wieder. So haben Katholiken zum Beispiel einen Rosenkranz; das Ziel ist dasselbe: die Verbindung mit dem Göttlichen. Malas werden nicht nur als Anker während der spirituellen Praxis verwendet, sondern auch als schützendes Amulett — zum Beispiel nachdem sie gesegnet oder mit einem Mantra aufgeladen wurden.

Die Malas, die wir anbieten, sind aus authentischen Rudrakshas gefertigt und werden traditionell von Hindus und oft auch von Buddhisten verwendet. Rudrakshas sind in verschiedenen Kulturen heilig und die ältesten bekannten Gebetsperlen der Welt. Sie werden auch die Tränen (oder Augen) von Shiva genannt. Rudrakshas wachsen am Elaeocarpus-Baum und stecken in einer blauen Beere. In dieser Beere sitzt die Rudraksha mit ihren Samen. Die häufigste Rudraksha hat 5 Samen und verweist auf Shiva.

Möchtest du tiefer in den Hinduismus eintauchen? Dann schau dir diese Seite an, sehr empfehlenswert, mit vielen Hintergrundinformationen (auf Niederländisch).

Der Aufbau einer Mala

Eine Mala besteht meist aus 108 Perlen + 1 Guru-Perle und einer Quaste. Es gibt auch Malas mit zum Beispiel 27 oder 54 Perlen (immer +1 Guru-Perle) für kürzere Meditationen. Außerdem gibt es Malas mit 162 Perlen. Ausgangspunkt ist immer die Zahl 108. Jeder Teil der Mala hat seine eigene Bedeutung:

· Die 108 Perlen repräsentieren das gesamte manifestierte Universum in all seinen Aspekten. Die Perlen bilden einen ununterbrochenen Kreis: das Symbol für den ewigen, zyklischen Charakter des Daseins, ohne Anfang und Ende. Der Kreis steht auch für ‚Samsara‘ — den Kreislauf von Geburt und Tod, auch Reinkarnation genannt.

· Die Guru-Perle (auch Meru- oder Sumeru-Perle genannt) ist die Perle, die außerhalb des Kreises der 108 liegt. Diese Perle repräsentiert den Guru oder Meister, der uns zu unserer wahren Natur führt: das Höchste Bewusstsein, das jenseits des manifestierten Universums liegt — unveränderlich, ohne Name und Form.

· Die Quaste, die auf die Guru-Perle folgt, symbolisiert den vierten Zustand, ‚Turiya‘: den transzendenten Zustand jenseits der drei Aspekte der Zeit (Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft) und der drei Bewusstseinszustände (Wachen, Träumen, Tiefschlaf). Die Quaste leitet außerdem negative Energie ab. Andere Schriften bezeichnen die Quaste als Symbol unseres reinen, vollkommenen Zustands der totalen Erleuchtung.

· Die Schnur, die durch alle Perlen verläuft, repräsentiert das Höchste Bewusstsein, das mit allen Aspekten des Daseins eins ist — auch die Blutlinie der Mala genannt.

· Die Knoten zwischen den Perlen symbolisieren die direkte Verbindung zwischen allen Aspekten des Daseins: die Verbundenheit aller Dinge. Praktisch sorgen die Knoten dafür, dass die Perlen einander nicht berühren, sodass dein Mantra Japa mit voller Konzentration und Achtsamkeit stattfinden kann.

Das höchste Ziel ist es, die letztendliche Wahrheit der Wirklichkeit zu erkennen, damit wir dem Kreislauf von Geburt und Tod entkommen und in vollkommener Glückseligkeit leben können — verschmolzen mit dem Höchsten Bewusstsein, das absolut, unveränderlich, unendlich und ewig ist.

Die Symbolik der heiligen Zahl 108

Die Bedeutung und das esoterische Wissen hinter der Zahl 108 sind größtenteils unbekannt und verborgen. So komplex wie das Universum, so geheimnisvoll sind die Zusammenhänge rund um diese Zahl. Einige Beispiele:

  • · Eine Rudraksha-Mala zählt 108 Perlen plus eine Guru-Perle. Die 108 Perlen symbolisieren die gesamte Natur der Wirklichkeit; die Guru-Perle (die 109.) liegt außerhalb des Kreises und repräsentiert das, was jenseits des manifestierten Universums liegt.
  • · Es gibt 108 Upanishaden (heilige Texte mit den höchsten Lehren über die Wirklichkeit). Eine Liste davon findet sich in der Muktika-Upanishad.
  • · Es gibt 27 bedeutende Sterne(ngruppen) — Nakshatras —, die unsere Wahrnehmung beeinflussen. Jede Nakshatra hat 4 Segmente, jedes mit einer eigenen energetischen Qualität: 27 × 4 = 108.
  • · Es gibt 12 Sternzeichen und 9 Planeten in der vedischen Astrologie (Sonne, Mond, Mars, Venus, Merkur, Jupiter, Saturn, Rahu und Ketu): 12 × 9 = 108. Die Zahl 108 steht so für die kosmische Ordnung von Ursache und Wirkung — Karma —, wobei der Makrokosmos (Planeten und Sterne) den Mikrokosmos (unser Karma) widerspiegelt. Was innen ist, ist außen.
  • · Der Durchmesser der Sonne × 108 ≈ die Entfernung zwischen Sonne und Erde. Der Durchmesser der Sonne ist etwa 108-mal größer als der der Erde. Der Durchmesser des Mondes × 108 ≈ die Entfernung zwischen Erde und Mond.
  • · 1 + 0 + 8 = 9. Die Zahl 9 ist symbolisch mit der Göttlichen Mutter als Schöpferin verbunden (auch mit Brahma als Schöpfer in Verbindung gebracht).
  • · Das Shri Yantra wird durch 108 Punkte (‚Marmas‘) definiert, an denen sich drei Linien kreuzen: 54 Schnittpunkte, jeder mit einem männlichen (Shiva) und einem weiblichen (Shakti) Aspekt: 54 × 2 = 108.
  • · Unser feinstofflicher Energiekörper kennt 108 Marma-Punkte: Stellen, an denen sich Energiebahnen treffen oder kreuzen. Manche heiligen Texte sprechen von 107 Marma-Punkten im Körper, wobei der 108. Punkt der Geist ist. Von den 108 sind 12 von vitaler Bedeutung; die übrigen 96 haben eine unterstützende Funktion.
  • · Im Gehirn gibt es 108 empfindliche Nervenzentren, die 108 feinstofflichen Chakren oder Energiepunkten entsprechen.
  • · Das Herzchakra, in der Mitte der Brust, soll aus 108 zusammenlaufenden Energielinien (Nadis) gebildet werden. Eine davon, die Sushumna-Nadi, führt zum Kronenchakra und ist der Weg zur Selbstverwirklichung.
  • · Das Sanskrit-Alphabet zählt 54 Buchstaben, jeder mit einem männlichen (Shiva) und einem weiblichen (Shakti) Aspekt: 54 × 2 = 108. Dies ist eine Art, das Alphabet einzuteilen; es gibt weitere.
  • · In der buddhistischen Tradition spricht man von 108 Begierden, 108 Formen der Unwissenheit und 108 Lügen des Menschen.

Dies ist keine vollständige Liste, aber diese Beispiele vermitteln ein gutes Bild von der besonderen Rolle der Zahl 108.

Aus welchen Materialien werden Malas gefertigt?

Malas können aus verschiedenen Materialien gefertigt werden; die Wahl hängt oft mit der Tradition zusammen. Häufig verwendete Materialien sind: Rudraksha-Perlen, Sandelholz, Tulsi, Edelsteine und Halbedelsteine, Rosenholz, Lotussamen, Koralle, Glas, Metalle, Muschel, Knochen und Pflanzensamen.

Malas, in denen Edelsteine verarbeitet sind, haben zudem unterstützende (heilende) Eigenschaften. Diese Eigenschaften hängen eng mit den Bedingungen zusammen, unter denen ein Stein (Mineral) entstanden ist. Schau hier für die Erklärung der Edelsteine und entdecke, ob eine Mala dabei ist, die dich unterstützen kann. Welche Mala du wählst, hängt von deiner Intention und deinem Wunsch ab. Bist du bereit? Hier findest du alle unsere Malas. Hier findest du alle unsere Malas.

Schön zu wissen über Rudrakshas: Zweimal im Jahr tragen die Bäume ihre Früchte, in denen die Rudrakshas wachsen — eine Garantie für guten Nachschub, auch wenn die Bäume nur in Südostasien wachsen. Es müssen also keine Bäume gefällt werden, um Malas herzustellen. Und auch wenn du eine Mala nicht zum Zählen von Mantras verwendest: Rudrakshas sind ein kraftvoller Energieleiter, der dich auf ganz andere Weise während deiner Meditation unterstützen kann.

Malas in verschiedenen Traditionen

Hinduismus

Hindus verwenden die Mala zum Rezitieren von Mantras oder des Namens der Gottheit, bei der Meditation, bei Pujas und Homas (heiligen Zeremonien) und auch als schützendes, gesegnetes Objekt. Die Mala wird oft ‚Japa Mala‘ genannt. Die Verwendung von Gebetsperlen lässt sich im Hinduismus bis zu den frühesten Texten der Veden zurückverfolgen.

  • Innerhalb der hinduistischen Traditionen unterscheiden sich die Materialien je nach Strömung:
  • · Anhänger von Vishnu, Rama oder Krishna tragen in der Regel Tulsi-Malas.
  • · Anhänger der Göttlichen Mutter — insbesondere Saraswati und Lakshmi — tragen oft Bergkristall-Malas; Anhänger von Lakshmi auch Lotussamen-Malas.
  • · Anhänger von Hanuman oder Ganesha tragen oft eine Korallen-Mala.
  • · Die neun Planeten der vedischen Astrologie haben jeweils ihre eigenen Edelsteine und Halbedelsteine, die mit ihren Energien korrespondieren.
  • · Anhänger von Shiva und Shakti tragen meist Rudraksha-Malas.

Jainismus

Die Jains verwenden eine Mala mit 108 Perlen, meist aus Sandelholzsamen, Edelsteinen, Gold oder Silber, Marmor, Pflanzensamen oder Faden. Im Jainismus entspricht die Zahl 108 den vereinten Tugenden der fünf Kategorien von Heiligen (die Pancha Parameshti, die Höchsten Fünf): Arhats, Siddhas (befreite Seelen), Acharyas (spirituelle Führer), Upadhyayas (Lehrer weniger fortgeschrittener Asketen) und Sadhus (Mönche oder Weise). Die Zahl 108 steht auch für die Anzahl der Arten, auf die man Karma anhäufen kann: 4 Kashays (Zorn, Stolz, Arroganz, Gier) × 3 Karanas (Gedanke, Rede, körperliche Handlung) × 3 Stufen der Planung × 3 Arten der Ausführung = 108.

Boeddhisme

Im Buddhismus heißt die Mala unter anderem ‚Su-Chu‘ (chinesisch), ‚Juzu‘ (japanisch) oder ‚Seik badi‘ (Theravada, Myanmar). Eine buddhistische Mala zählt in der Regel 108 Perlen oder einen Teil davon (54 oder 27), gefertigt zum Beispiel aus Rudraksha, Tulsi, Bodhi- oder Lotussamen, Sandelholz, Perlen, Edelsteinen oder Halbedelsteinen, Holz, Glas oder Knochen.

Die Mala wird für die Mantra-Rezitation verwendet, zum Zählen der Atemzüge während der Meditation, zum Zählen von Niederwerfungen oder zum Wiederholen eines Buddha-Namens. Die Zahl 108 symbolisiert die weltlichen Begierden, die der Mensch überwinden muss, um Nirwana zu erreichen: 6 Sinne × 3 Aspekte der Zeit × 2 Zustände des Herzens (rein oder unrein) × 3 Möglichkeiten der Empfindung (Anziehung, Abneigung, Gleichgültigkeit) = 108. Es heißt auch, dass der Fußabdruck des Buddha 108 glückverheißende Symbole enthält und dass die Zahl auf die 108 Arhats (Heilige) verweist. Die Mala gilt zudem als Symbol von Avalokiteshvara — dem Bodhisattva, der das Mitgefühl aller Buddhas verkörpert.

Sikhisme

Im Sikhismus heißt die Mala ‚Simarni‘ und zählt 108 Perlen. Sie wird für Mantra Japa verwendet, für die Wiederholung des Guru Mantar ‚Waheguru‘ und beim Rezitieren der heiligen Schriften (Guru Granth Sahib). Die Zahl 108 soll auf die 108 Zitate des Guru im Guru Granth Sahib verweisen. Auch diese Mala wird aus Materialien wie Rudraksha, Sandelholz sowie Edelsteinen und Halbedelsteinen gefertigt. Sikhs tragen ihre Mala um den Hals, im Turban oder um das Handgelenk.

Christentum

Im Christentum heißt die Mala Rosenkranz: ein ‚Kranz aus Rosen‘. Die Rose ist ein Symbol der Vollkommenheit; ein Kranz aus Rosen steht dafür, wie ein vollkommenes Gebet das Herz des Herrn erreicht. Die ersten Rosenkränze wurden aus dem Stängel der Rosenpflanze gefertigt, und Mutter Maria liebte Rosen — daher der Name.

Die Perlen eines Rosenkranzes können aus den unterschiedlichsten Materialien bestehen: Silber, Gold, Kristall, Edelsteinen und Halbedelsteinen, Glas, Holz, Knochen, gepressten Blüten und Samen wie der Paternostererbse. Ein Rosenkranz besteht aus 54 Perlen in einem geschlossenen Kreis, gefolgt von einer ‚Quaste‘ aus einem Kreuz oder Kruzifix, einer großen Perle, drei kleinen Perlen und einer weiteren großen Perle — fünf Perlen zusätzlich zum Kreuz, weshalb manche von insgesamt 59 Perlen sprechen. Der Aufbau:

· 5 Sätze von 10 kleinen Perlen (Gesätze) repräsentieren die Geheimnisse, die mit dem Leben von Maria und Jesus verbunden sind. Bei jeder Perle wird oft ein ‚Ave Maria‘ gebetet.

· 4 größere Perlen trennen die Gesätze; hier wird das ‚Vaterunser‘ gebetet. Sie werden mit den freudenreichen, glorreichen und lichtreichen Geheimnissen in Verbindung gebracht.

· Das Kreuz steht für den Glauben an Gott und die Erinnerung an das Leiden Jesu; hier wird oft das Apostolische Glaubensbekenntnis gebetet.

· Die erste große Perle repräsentiert Gott; hier wird das Vaterunser gebetet.

· Die drei kleinen Perlen stehen für die drei theologischen Tugenden: Glaube, Hoffnung und Liebe. Diese entsprechen den drei Energieformen der vedischen Tradition: Wissen (Jnana Shakti), Wille (Iccha Shakti) und Handlung (Kriya Shakti). Hier wird oft das Ave Maria gebetet.

· Die zweite große Perle erinnert an die Mission des Herrn; hier wird oft das ‚Ehre sei dem Vater‘ gebetet.

Es gibt eine schöne Parallele zur vedischen Mala: Diese zählt in der Regel 108 oder 54 Perlen in einem Kreis, mit einer oder mehreren zusätzlichen Perlen als Guru-Perle in der Quaste. Beim Rosenkranz gibt es gewissermaßen fünf ‚Guru-Perlen‘, und das Kreuz ersetzt die Quaste. Die Quaste einer vedischen Mala steht für den Lotus — Symbol für Reinheit und Vollkommenheit —, so wie das Kreuz für die Reinheit und Vollkommenheit im Leben Jesu steht.

Islam

Muslime nennen ihre Mala ‚Misbaha‘, ‚Tasbih‘ oder ‚Tespih‘; sie zählt 33 oder 99 Perlen, entsprechend den 99 Namen Allahs. Bei 33 Perlen wird die Mala dreimal durchlaufen. Die Misbaha wird in der gesamten islamischen Welt verwendet, von Sufis und Nicht-Sufis gleichermaßen. Traditionell wird mit ihr das ‚Tasbih der Fatima‘ rezitiert — ein Gebet, das Mohammed seiner Tochter geschenkt haben soll: 33-mal ‚Subhan Allah‘ (Ehre sei Gott), 33-mal ‚Al-hamdu lillah‘ (Lob sei Gott) und 33-mal ‚Allahu Akbar‘ (Gott ist der Größte) = 99 Gebete. Perlen aus Mekka gelten als die heiligsten, aber die Perlen können auch aus Holz, Marmor, Elfenbein, Muscheln, Horn, Perlen, Bernstein oder Kunststoff gefertigt sein.

Zum Schluss

Ob du mit Mantras meditierst oder eine Mala als persönliches Symbol für Verbindung und Schutz trägst: Es gibt immer eine Mala, die zu dir passt. Schau hier für die Erklärung der Edelsteine oder entdecke hier alle unsere Malas.

Was ist eine Mala Kette?
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